“Haben Sie mal Feuer?”
Aus der Reihe “Erlebnisse eines Sicherheitsberaters”
Im Jahr 2009 haben wir für einen Großkonzern eine Security Awareness Kampagne konzipiert und umgesetzt, die zu unterschiedlichen Reaktionen geführt hat. Da bei jedem unserer Projekte die Nachhaltigkeit als eines der Kernziele fest verankert ist, mussten wir uns in dem besagten Unternehmen etwas besonderes einfallen lassen, um die erforderliche Sichtbarkeit gegenüber den zig anderen internen Unternehmensprojekten zu erreichen.
Da wir bereits seit einigen Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Emotionalisierung von Sicherheits-Inhalten gesammelt haben, wurde dieses Konzept auch in diesem Projekt angewendet. Zwei menschliche Protagonisten wurden in Lebensgröße und in unterschiedlichen Situationen und mit entsprechenden Sprechblasen auf Aufstell-Displays präsentiert.
Was waren die unterschiedlichen Reaktionen auf diese Kampagne?
Auf der positiven Seite kann ganz klar die Bekanntheit der beiden Security-Protagonisten genannt werden, die sie – begleitet durch Intranetmeldungen und Security-Videos – innerhalb kürzester Zeit in dem Unternehmen erreicht haben. Selbst Aussenstellen, die wir nicht direkt adressiert hatten, wurden auf diese Kommunikationsmaßnahmen aufmerksam. Und auch der Diebstahl einiger Pappfiguren sowie die große Nachfrage nach den Figuren nach dem Ende der Kampagne hat gezeigt, dass eine positive Emotionalisierung in der Breite erfolgt war.
Auf der anderen Seite steht die Aussage eines Mitarbeiters, der, als die Figuren zu einer neuen Runde aufgestellt werden sollten, gefragt hat, ob jemand Feuer habe, denn er würde diese gerne verbrennen. Zunächst hat uns diese Aussage geschockt, aber in der Nachbetrachtung ist sie mehr als logisch. Bei einer Emotionalisierung von Inhalten können wir mit der gleichen Nachricht nicht alle Menschen positiv erreichen – dafür sind wir zu unterschiedlich.
Evtl. hat sich der besagte Kollege aber auch einfach nur ertappt gefühlt. Jede der Serien hat nämlich eine Sicherheitsschwachstelle im Unternehmen aufgezeigt, die wir addressiert haben.
Wichtig ist, dass die Mitarbeiter sich in sicherheitsrelevanten Situationen richtig verhalten und sich an unsere Hinweise erinnern. Unser Ziel ist es, Lösungen für diese Situationen mit positiven Erinnerung zu verknüpfen (z.B. der angefragte Aufsteller, der die Situation darstellt, steht nun sogar im eigenen Büro). Wenn sich ein Mitarbeiter nun an die richtige Lösung für diese Situation errinnert, auch wenn diese negativ verknüft ist (Haben Sie mal Feuer?) ist dies für das Sicherheitsniveau im Unternehmen weit besser, als wenn er sich an überhaupt nichts erinnert und sich falsch verhält, weil die Botschaft zu schwach emotionalisiert war.
Dieses Beispiel zeigt jedoch, wie schwierig das Thema Emotionalisierung von Inhalten ist und dass es hier großer Erfahrung bedarf, um nicht in der Breite eine negative Stimmung zu erzeugen.
Fragen Sie uns, wenn Sie ihr Unternehmen umfassend schützen wollen.




