Social Media Position

Die Position der Unternehmensberatung Kirsch zum Thema Social Media ist eindeutig:

“Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern den Zugang zu Social Media verbieten, versuchen heute eine Managementherausforderung zu lösen und werden morgen einen Mangel an Talenten haben.”

Was ist die Managementherausforderung?
Als Begründung für die Sperre von Social Media wird heute von den meisten Unternehmen die Gefahr der Infektion mit Computerviren über Soziale Netze genannt. Aus Security Sicht ist diese Gefahr nicht unbegründet, aber nicht höher, als das Surfen auf anderen Webseiten im Netz. Auch die Gefahr für Phishingangriffe ist nicht signifikant erhöht. Konsequenterweise müssten diese Unternehmen den kompletten E-Mail Verkehr stoppen und die Mitarbeiter vollständig vom Internet trennen, um die Sicherheitsrisiken zu minimieren. Viel wichtiger ist es hingegen, die Mitarbeiter über Gefahren in der Online-Welt zu informieren und sie zu sensibilisieren, nicht jeden Anhang und jeden Link zu aktivieren.

Das Verbieten der Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit wird in den einigen Fällen auch mit der Angst um Abfluss von Informationen begründet (Security als bewährtes Buh-Thema). Was soll aber einen unzufriedenen – oder besser – ungeschulten Mitarbeiter daran hintern, seinem Unmut über den Arbeitgeber in seiner Freizeit freien Lauf zu lassen? Wer glaubt, dass sich in der heutigen Zeit private und dienstliche Kontakte und Netzwerke klar trennen lassen? Wo liegt also der Mehrwert der betrieblichen Sperre?

Oft ist die Angst des Unternehmens vor verlorener Arbeitszeit der Mitarbeiter der eigentliche Auslöser für diese Sperren. Was aber macht ein Mitarbeiter, der nicht ausgelastet ist und dem sein „Spielzeug“ weggenommen wird? Er sucht sich einfach ein neues.

Die Herausforderung bei der Vermeidung verlorener Arbeitszeit liegt in der konsequent auf Zielen ausgerichteten Mitarbeiterführung und ist somit eine Managementaufgabe. Wenn ein Mitarbeiter zwei Stunden am Tag in Sozialen Netzwerken unterwegs sein kann und seine Ziele dennoch erfüllt, kann dies nicht dem Mitarbeiter zur Last gelegt werden, sondern seinem Manager, der nicht die richtigen Zielvorgaben mit ihm vereinbart hat, bzw. ihn nicht ausreichend zur Übererfüllung motiviert.

„Social Media ist ein Feind den man nicht besiegen kann – man muss sich mit ihm verbünden“ Joachim Rumohr, Xing Experte

Mangel an Talenten
Dass wir bereits heute und noch verstärkt in absehbarer Zukunft auf einen Mangel an talentierten Mitarbeitern zusteuern, ist hinlänglich bekannt. Trendforscher gehen heute davon aus, dass sich Unternehmen zukünftig bei den Mitarbeitern bewerben werden.

Wie kommt es bei diesen umworbenen Talenten an, wenn wir ihnen sagen, dass wir sie zwar gerne als Mitarbeiter gewinnen würden, sie aber neun Stunden am Tag nicht auf ihre aus Studium und Ausbildung gewohnten Netzwerke wie StudiVZ, Xing, Facebook und Twitter zugreifen dürfen. Die „Digital Natives“ werden unseren Personalverantwortlichen eine deutliche Antwort auf unsere Offerte geben – und das Job-Angebot von Google annehmen.

Lösungsvorschlag
Die Unternehmensberatung Kirsch empfiehlt die kontrollierte Öffnung für Social Media. „Kontrolliert“ meint hier, dass den Mitarbeitern die Risiken, aber auch Chancen der Nutzung von Sozialen Netzwerken aufgezeigt werden müssen. Es müssen Richtlinien und Verhaltensvorgaben als Hilfestellung für Mitarbeiterprofile existieren. Zusammen mit einer modernen aber konsequenten Mitarbeiterführung, die auch Maßnahmen für Verstöße gegen die Social Media Richtlinien vorsieht, können die Unternehmen so deutlich mehr von den Sozialen Netzwerken profitieren, als sie riskieren.

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